Ist die Hexennacht voll Regen, wird's ein Jahr mit reichlich Segen

In der Nacht zum Samstag kann es überall zeitweise regnen.



Eine verheißungsvolle Wetterprognose, denn die Nacht vor dem 1. Mai ist seit den Kelten eine besondere Zeit. An diesem Feuerfest, das im keltischen Jahreskreis den Übergang von Winter zu Sommer kennzeichnet, wird mit dem Aufbruch, der sich in der Natur vollzieht, auch alles andere Aufblühen gefeiert. Fruchtbarkeit, Fortpflanzung, Wachstum, Kreativität, Ideen, Liebe, Beziehungen. Die Freudenfeuer, die man dazu zündete, dienten zur Beleuchtung, zur rituellen Reinigung, als Mutprobe für die Jungs, die sich ein Mädel erobern wollten.

Die wiederum tanzten um den Maibaum, den es auch schon bei den Kelten gab, und banden den Auserwählten mit bunten Bändern an sich. Zumindest für diese eine Liebesnacht. Dass man am 1. Mai die Freude an der Arbeit, besser gesagt, über den arbeitsfreien Tag, feiert, kam Jahrhunderte später eher zufällig dazu, trifft sich nach schlaflosen Stunden aber ganz gut.

Einzig die katholische Kirche kann mit Freude nichts anfangen, und verteufelte die heidnischen Bräuche als Hexenkult. Um den arbeiterbewegten Tag auch für die Gläubigen zurückzuerobern, erklärte ihn Papst Pius XII. 1955 zum Gedenktag des Josef. Der Zimmermann gilt traditionell als Patron der Arbeiter, aufgrund seiner seltsamen Beziehung zu Maria auch als Patron der Ehe. Der nicht vollzogenen. Ein Band, das bestimmt nicht in der ersten Mainacht geknüpft wurde.
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