Sieben Wochen Spargel essen



Die einmalige Spargelzeit hat begonnen
Der seit 1996 von der Europäischen Kommission als geschützte geographische Angabe geadelte „Marchfeldspargel“ ist nun frisch zu haben. Damit beginnt eine genussvolle Zeit, die traditionell Ende Juni mit dem Johannistag abgeschlossen wird.

Bis dahin kann man sich dem Asparagus officinalis L. ohne Bedenken hingeben, denn das Gemüse ist zwar mineral-, vitamin- und ballaststoffreich, bringt aber bei 100 Gramm nur 17 irrelevante Kalorien auf die Wage. Seine entschlackende Wirkung macht ihn zum echten Schönmacher, was auch die ägyptische Kaiserin Nofretete, die „Schöne“, erkannte und Spargel zur „Speise der Götter“ ernannte.

Die Römer machten den Spargel nördlich der Alpen bekannt, sein Anbau in Apotheker- und Klostergärten setzt sich aber erst im 16. Jahrhundert durch. Vorerst als Heilpflanze, ab dem 17. Jahrhundert als Delikatesse reicher Schlossherren. Weil das damalige Silberbesteck durch schwefelhaltige Verbindungen im Spargel anlief, wurde er in sogenannten Spargeldeckeldosen, gerne aus Meißner Porzellan, mit den Fingern gegessen.

Solches Geschirr und Spargelspezialbesteck kann im oberbayrischen Schrobenhausen im ersten Spargelmuseum der Welt, seit 1991 als „Europäisches Spargelmuseum“ geführt, bewundert werden. Wer Spargel nach wie vor lieber als Fingerfood genießt, wird gegebenenfalls feststellen können, was daran Libido fördernd sein kann. Sieben Wochen lang.