Der zukünftige Intendant der Salzburger Festspiele lebt und liebt leidenschaftlich
Alexander Freiherr von Pereira-Arnstein war am Sonntag sichtlich nervös als sein Pferd Amico Fritz als einer der Favoriten des Tages an den Start ging. Das insgesamt mit 55.000 Euro dotierte Bénazet Rennen um den Preis der deutschen Besitzer, das sonst in Baden-Baden ausgetragen wird, fand aufgrund der wirtschaftlichen Krisen der dortigen Rennbahn ausnahmsweise in Hoppegarten vor den Toren Berlins statt.
Die 1868 gegründete Galoppbahn hat in den 20 Jahren seit der Wiedervereinigung eine sehr wechselvolle Entwicklung durchlebt. 2008 wurde sie von Gerhard Schöningh, einem in London lebenden Investmentbanker, gekauft und wieder schick gemacht, und seitdem gehen die Zuschauer- und Wettumsatzzahlen spürbar nach oben. Schöningh‘s Ziel: Hoppegarten zum Ascot des 21. Jahrhunderts machen! So konnten ganz den englischen Traditionen verpflichtet an diesem sommerlichen Nachmittag viele Hüte gesichtet werden, und auch der Grünstreifen vor den ausverkauften Tribünen war mit Picknickdecken, Sonnenschirmchen, groß und klein, bescheiden und betucht gut besucht.
Dann hieß es Boxen auf, und die Pferde flogen über die 1200 Meter der geraden Bahn ins Ziel, mit einer dreiviertel Länge Vorsprung für Amico Fritz. Das ist bereits der fünfte Erfolg beim siebten Start in diesem Jahr für den vierjährigen Hengst aus Deutschland, der in Toulouse trainiert wird und mit dem französischen Reiter Fabrice Véron zum Sieg lief. Dementsprechend groß war die Freude als Besitzer, Trainer und Reiter ihre Ehrenpreise entgegen nahmen.
Immer an Pereiras Seite seine Freundin Daniela, die in der feinen Zürcher Gesellschaft für Aufsehen gesorgt hatte, als sich der Opernchef vor drei Jahren in sie verliebte. Das ehemalige Erotikmodel aus Brasilien ist mittlerweile vom Playboy-Fotografen der sie entdeckt hatte, geschieden und freut sich auf die Zeit in der Stadt ihrer Liebe. Die erste Reise der beiden Romantiker führte nach Salzburg zu einer Aufführung von «Figaros Hochzeit». Pereira bringt also nicht nur Leidenschaft für die Musikkunst mit, sondern mit seiner Leidenschaft für schnelle Pferde und schöne Frauen auch endlich ordentlich Glamour in die barocke Bürgerlichkeit.
Im Bild:
Fabrice Véron, Henri-Alex Pantall, Alexander Pereira, Daniela de Sosa
Text & Bild: kb / markenredaktion gänsehaut arthotel blaue gans salzburg

Passt eh genau. Die öffentliche Inszenierung von VIPs, Möchtegerns, Politikern, Adabeis und Wichtigmachern scheint ohnehin schon mehr Stellenwert zu haben als die Festspiele und ihre Darsteller selbst. Und die Berichterstattung interessiert sich in Summe mehr für die Besucher des Spektakels als für die Qualität und eine interessante Auseinandersetzung mit den Aufführungen. Wetten dass nächstes Jahr die Lippizaner nach Salzburg kommen?
AntwortenLöscheneinspruch euer ehren! die anzahl der medien in bereich boulevard-heftl, adabei-fibeln und kaiserzeitungen ist stark gestiegen - und dann kommen noch social media und der internetbereich dazu. offensichtlich ist eine breite masse mehr am leben der vermeintlich schönen und oftmals auch vermeintlich reichen interessiert, und weniger an den inhalten.
AntwortenLöschendas den festspielen anzulasten ist frivol - gerade das heurige programm ist in vielen bereichen anspruchsvoll. von lippizanern keine spur!