Theater macht Geschichte

Die Salzburger Festspiele feiern Jubiläum

„Oper und Schauspiel, von beidem das Höchste“, forderten die Festspielgründer im Krisenjahr 1919, um den mitten im Ersten Weltkrieg besonders schmerzenden, immer gültigen Fragen nach Sinn, Werten und Identität Antworten, zumindest Möglichkeiten abzuringen.

Die erste Geschichte, die dabei Orientierung geben sollte, war das Spiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes, das Hugo von Hofmannsthal am Platz vor dem Salzburger Dom erzählen ließ; wie bei den Mythen des Aristoteles sollte die schöne Dichtung eine Annäherung an die Wahrheit ermöglichen. Die Erzählweise hat sich seit der Antike ziemlich gewandelt, die Vorstellung von Autorität, höherer Wahrheit und allgemeiner Relevanz, die wir heutzutage einem Mythos zuschreiben, geht nun auch mit einer gewissen Verblendung einher.

So erklären sich die Salzburger Festspiele inzwischen selbst zum Mythos, und der „Jedermann“, der am 22. August 2010 im 90. Jahr aufgeführt wird, hat nach wie vor eine Anziehungskraft, der man sich nicht entziehen mag. Alles blickt auf Nicki und Birgit, dem jüngsten Jedermann aller Zeiten und der Buhlschaft mit der rauchigsten Stimme. Beide haben als talentierte, begehrte und beliebte Darsteller schon Theatergeschichte gemacht, bei der ersten Premiere der diesjährigen Spielzeit schreiben sie das nächste Kapitel in der Geschichte der Salzburger Festspiele.

text: kb 
/ markenredaktion gänsehaut arthotel blaue gans salzburg