Schnee, der auf Dächer fällt

Wenn sich auch in der Altstadt die blaue Stunde auf den eingeschneiten Dächern spiegelt, ist es soweit: Winterzeit. Meteorologisch beginnt diese schon zu Allerheiligen, und die privaten Erinnerungen sind untrüglich: „Da hat’s schon Schnee gegeben“. Oder eben nicht.

Ebenso weiß jeder, wie kalt, nass oder trüb die Besuche am Christkindlmarkt waren, ob es weiße Weihnachten gab und die Tage zwischen den Jahren zum Eislaufen auf den gefrorenen Seen taugten. Alles in den Speichern der Erinnerung, oder auf den Computerfestplatten im Bilderordner. Die ersten Flocken bringen jedes Jahr wieder Chaos, Entrüstung, Überraschung, egal, wie punktgenau „er“ (der Meteorologe?!) den Schneefall vorausgesehen hat. Magie, denn eines ist jedenfalls gewiss: kein Schneestern gleicht dem anderen, jeder ist, auch wissenschaftlich erklärt, ein kleines Naturwunder.

Schon 1885 fotografierte der amerikanische Farmer Wilson A. Bentley über 5000 verschiedene Schneekristalle unter seinem Mikroskop. Nahaufnahmen mit dem Elektronenmikroskop zeigen architektonische Kunstwerke, die ebenso eine Kirchenfassade oder einen Palast schmücken könnten. Wenn sie unsere Fensterscheiben überziehen, heißt es warm anziehen, und staunen über solche Pracht, die sich nur im Winter zeigt.

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