Wenn der Winter zu Ende geht

braucht der Mensch ein Quantum Kunst.

Egal wie dunkel und kalt der Winter gewesen sein mag, wie trüb die Gedanken und wie erkältet die Körper, der erste sonnige Sonntag löst schon das Versprechen des Frühlings ein.

Es kommt die Zeit des Lichts und der Wärme wieder, und wer nicht wie der Mäuserich aus dem Kinderbuch die Farben und Geschichten zum Überwintern gesammelt hatte, wird demnächst in der Natur von ihnen wieder auferweckt.



Die Endlichkeit, die der Winter so schwarzmalerisch vorführt, wird gerne grau in grau erzählt: Am Eingang der Katakomben von St Peter ist auf zwei Holztafeln ein barocker Totentanz in Todfarbe gemalt, so der andere Name für die Grisaille-Technik, die nur schwarz, weiß und grau verwendet.

So ein Totentanz erinnert uns daran, dass nichts von Bestand ist, der Tod unter uns weilt und uns jederzeit in die Reihen seines Reigens ziehen kann.


Im Barock der Stadt Salzburg wird zu Ostern im Festspielhaus, mit Wagner, Ligeti und Bach, und im Sommer auf Jedermanns Domplatz gerne daran erinnert, dass Reichtum und Glück nur geliehen sind.

Es sei denn, wir tun Buße wie der mittelalterliche Tor, der es nicht besser wusste, oder der barocke Künstler, der es nicht anders konnte.

Ein Wesenszug der Kunst liegt darin, den Tod in seinem Schrecken zu erkennen, zu benennen, zu vernichten und zu überwinden.
Und sie vermag dies in derselben unendlichen Vielfalt und Schönheit wie die Natur. (eb)

Fette Feste für Maskenträger


Maske, Kostüm, Verkleidung: Wir sind das ganz Jahr Narren.

Die sprachgeschichtlichen Wurzeln der Begriffe um Karneval und Fasching, und auch die Einvernahme heidnischen Jahreszeitenriten durch das Christentum und die katholische Kirche lenken nicht davon ab, dass der Mensch mehrere Gesichter hat und diese gerne verbirgt und verändert.

Schon im alten Babylon gab es das Bedürfnis, zumindest für kurze Zeit gleichgestellt und straffrei zu sein, und diese Narrenzeit erfuhr durch die Jahrhunderte ihre traditionellen und terminlichen Wandlungen, die bis in die nicht nur katholische "Neue Welt" reichen, und in den Sambaschulen von Rio sowie den Bluessängern aus New Orleans den Puls bestimmen.

In dieser Zeit ist alles erlaubt, wird alles gegessen, alles getrunken, mehr als der Hals vollkriegen kann, der Sklave wird König und der Pharao zum Weisen, jeder darf alles sein und sich alles erlauben. Es ist auch kein Zufall, wenn das Kind ein Engerl sein möchte, und die beste Freundin als Pipi Langstrumpf einem Superman im dynamischen Hoserl nachseufzt.

Auch die aufwendigen Federn und Pailletten von Venedig erzählen mehr über die Wünsche und Hoffnungen ihrer Träger, als diese in der selbstvergessenen Nacht jemals zugeben würden. Doch wenn es um Mitternacht, bevor die Asche der Buße die Stirnen zeichnet, oder in strengeren Regionen schon bei Einbruch der Nacht am frühen Abend, dann heißt „Masken ab!“, wird eine viel raffiniertere Verkleidung angelegt, jene, die wir täglich aufsetzen, um die Firma, die Freunde, die Familie zu hintergehen und schließlich uns selbst anzulügen.

fisch - genuss mit gutem gewissen

salzburg ist gesegnet durch ein wald- und wasserreiches umland. die seen und bäche haben vielerorts trinkwasserqualität, und die fische aus diesen gewässern sind allererste ware - auf meeresfisch kann man getrost verzichten, und meere und umwelt schonen. (außerdem bleibt das geld in der region.)

erfreulich ist, dass nicht nur bachsaibling und seesaibling, forelle, waller und zander, sondern auch seltenere bewohner wie schleie, aalquappe, karpfen, huchen und stör wieder heimisch geworden sind - und in guten restaurants fachgerecht zubereitet werden.

ein interessanter fisch ist der huchen: ein pfeilschneller schlanker räuber aus der familie der salmoniden (wie die forelle und der saibling, erkennbar an der fettflosse). sein fleisch hat einen angenehmen biß, vor allem wenn er nicht zuviel hitze bekommen hat. leicht pochiert, am besten im vakkuumsack mit olivenöl und kräutern, oder im anissud gedämpft, begeistert er durch sein ungewöhnlich frisches aroma. essvergnügen pur!

artists in residence, salzburg 3d

video
young filmmakers: artists in residence november 2009. salzburg mit den film-kreativen augen von manfred rainer & jakob breit gesehen.

hier der erste teaser. die premiere des films wird im rahmen von EAT & MEET im märz in der blauen gans über die bühne gehen.
gänsehaut im arthotel