Alles ist gut

Warum Auszeiten beizeiten wichtig sind


Im Sport bedeutet ein Timeout eine Unterbrechung des Spiels. Diese wird genutzt, um die Taktik der Mannschaft neuen Umständen anzupassen, wenn sich zum Beispiel ein Spieler verletzt hat. Dauer und Häufigkeit der Auszeit sind dabei genau geregelt.

In der Verhaltenstherapie von Kindern und Jugendlichen gilt die Timeout Technik als hilfreich, um bei sogenanntem Fehlverhalten die Möglichkeit zu bekommen, wieder zu sich zu finden und das eigene Verhalten zu reflektieren. In der Netzwerktechnik bezeichnet der Begriff die Zeitspanne innerhalb eines Kommunikationsprozesses, in der man auf Antwort wartet. Eine Auszeit braucht also Zeit. Und sie macht Arbeit, denn es geht beim Innehalten nicht um inhaltloses Lümmeln am Sofa oder so. Im Gegenteil. Auszeiten bedeuten Analyse, Orientierung und Neuorientierung.

Die Auszeit als Arbeitszeitmodell, das Professoren an den amerikanischen Unis einführten, um dem Lehrbetrieb den Rücken kehren, und sich völlig ihrer Forschungsarbeit zu widmen, hat auch in der Wirtschaft als Sabbatical oder Sabbatjahr (aus dem Hebräischen šabat = mit etwas aufhören, innehalten, bzw. šeba = sieben) in unseren Breiten Verbreitung gefunden, um die Motivation von Mitarbeitern zu steigern. Auch hier müssen klare Regeln getroffen werden, wer wann unter welchen Bedingungen Pause macht. Bei dreimal so viel Krankenständen wegen Alkoholismus, Depressionen oder Burn-Out als bei anderen Krankheiten zahlen sich Auszeiten langfristig aus. Ausgebrannte Menschen sind nicht nur überarbeitet, sondern werden unterschätzt, und das schmerzt.

Regelmäßige Unterbrechungen des Alltags, die für Regeneration und Inspiration genutzt werden, helfen schon, ein Bewusstsein für eigene Bedürfnisse zu schaffen und den Wert der eigenen Leistungen einzuschätzen und zu schätzen. Sogar der Allmächtige hat am siebten Tag geruht, sein Werk besehen und gesagt: „Alles ist gut“.

Auszeit nehmen?

Text KB / Bild: s. hofschlaeger/pixelio.de / markenredaktion blaue gans salzburg

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