Einmal geht noch?


Das Wort Fasching ist als vaschang schon im 13. Jahrhundert in Gebrauch und bedeutet soviel wie „Fastenschank“, den letzten Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit. Ein Rauschritual also, das den darauf folgenden Entbehrungen wohl vorbeugen sollte. Bei einem Blutspiegel von 1,3 bis 3,0 Promille Alkohol wird die Berauschung auch äußerlich deutlich sichtbar. Darüber tritt der Zustand einer Vergiftung ein, der bei Werten über 4,0 Promille akute Lebensgefahr bedeutet.

Je nachdem, wo in Europa gefeiert und getrunken wird, spricht die Fachliteratur von explosiven oder integrativen Trinksitten: die einen trinken selten und wenig, aber wenn dann exzessiv, die andern eher regelmäßig und viel, aber ohne gefährliche Grenzüberschreitungen. Die einen gehören ambivalenten Trinkkulturen an, die anderen den permissiven, und das Ganze kann man vom Norden zum Süden Europas entsprechend verfolgen. Globalisierungstendenzen haben in den letzten Jahren das Angebot an alkoholischen Getränken vergrößert, allerdings nur „more of the same“ dabei hervorgebracht. Zugleich ist eine weitgehende Anpassung der Trinkgewohnheiten in Richtung europäischer Durchschnitt festzustellen.

Ganz Europa trinkt gleich viel Gleiches? Nein! Ein von unbeugsamen Genussmenschen bevölkerter Raum hört nicht auf, heimische Einzigartigkeiten regelmäßig in Maßen zu genießen. Hier braucht keiner den Fasching.

eat & meet 2011

Text KB / Bild: studio10 / markenredaktion blaue gans salzburg