Lucas Cranach der ÄLTERE: "Das Paradies", 1530. (Erschaffung Adams, Erschaffung Evas, Verbot Gottvaters, Verführung Evas, Sündenfall und Vertreibung). Öl auf Pappelholz, Kunsthistorische Museum Wien 


Auferstehung und Wiedergeburt sind Kunststücke, die einzelnen Charismatikern vorbehalten bleiben. Der herkömmliche Mensch hat genug damit zu tun, im Hier und Jetzt anständig zu leben und seine Endlichkeit zu leugnen, oder zumindest so weit wie möglich zu verschieben. Die Genforschung setzt den Menschen dem Wurm gleich, namentlich als C. elegans bekannt, um im Laborexperiment die Lebensspanne zu verlängern. Altern sei kein unvermeidlicher Verschleiß laut Altersforscherin Cynthia Kenyon, sondern ein gengesteuerter Prozess, dem man durch Mutationen und der Einnahme genverändernder Medikamente entgegenwirken kann. Sie selbst hat vor, hundert Jahre alt zu werden und verzichtet darum auf Kohlehydrate und Zucker, isst stattdessen Gemüse und Obst, und trinkt drei Gläser Rotwein täglich. Außerdem betont sie den aktivierenden Aspekt von Stress, der aus positiven Herausforderungen entsteht, wie zum Beispiel Engagement für eigene Überzeugungen und andere Menschen.

Der nachweislich älteste bekannte Mensch aller Zeiten, die Französin Jeanne Calment, wurde 122 Jahre, 5 Monate und 14 Tage (insgesamt 44.724 Tage) alt. Sie führte ihr langes Leben auf Olivenöl, Knoblauch und Rotwein zurück, die in der südlichen Küche ihrer Heimat Arles reichlich vorkommen, fuhr mit 100 noch Rad und nahm ein Jahr vor ihrem Tod ihre Lebenserinnerungen zu Techno-Rhythmen auf. Diese Offenheit für Veränderungen und die Freude am Leben bewirken langsameres Altern. Am Ende sterben die „supercentenarians“, wie Überhundertzehnjährige in der Forschung genannt werden, zwar an denselben Krankheiten wie wir - aber 30 Jahre später und meist schneller, ohne langes Dahinsiechen.

Das gute Leben dauert also länger, wenn es tatsächlich gut ist. Das können selbst wir Durchschnittsmenschen. Wer will schon ewig leben.

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Text: kb
Bild: Kunsthistorisches Museum Wien