Nichts ist, wie es ist


Philippe erklärt zu Beginn des Abends worum es geht: Im Video- Chatroom der Internet-Plattform youdream erzählen Menschen ihre Träume.


Natürlich nicht in echt. Es sind die Schauspieler des Künstlerkollektivs SUPERAMAS, die da auf der Leinwand ihre Vorurteile zu den verschiedenen Nationen ihrer eigenen Truppe höchst unterhaltsam zum Besten geben. Dann hebt sich der Vorhang, der die Bühne des republic nach hinten abteilte, und die Videos stellen sich als Live-Performance heraus. Diesem Spiel mit den Ebenen wird sogleich eine weitere hinzugefügt, als das Publikum aufgefordert wird, eigene Träume als Vorlage für die nachfolgende Improvisation ins Mikro zu sprechen. Dabei wird weder gedeutet noch analysiert, die SUPERAMAS verstehen sich nicht als Experten sondern vielmehr als Akteure individueller Szenarien einer kollektiven Handlung. Wir alle träumen.

Das Konzept des Traumes und seines Wechselspiels mit der Realität ist der Zaubertrick der Show, die plötzlich erneut eine weitere Dimension einnimmt: eine Projektion zeigt ein gefilmtes Bühnenstück, das zu einem Film noir à la Ernst Lubitsch wechselt, der wiederum auf der Bühne wiederholt wird. Wie in den wirrsten Träumen wird die Handlung immer absurder, die Trickkiste der SUPERAMAS zitiert aus der europäischen Geschichte, der amerikanischen Film-Ikonographie und den Werken der SUPERAMAS selbst. Popkultur pur.

Text: KB / Bild: markenredaktion blaue gans salzburg