Wenn Reisen bildet

Blumenmarkt Amsterdam, © KB

Wer auf Mozarts Spuren reist, kann ganz Europa erkunden.


Das Wunderkind aus Salzburg verbrachte in seinen 35 Lebensjahren etwa drei davon unterwegs mit Kutsche oder Schiff. Zählt man die zum Teil mehrjährigen Aufenthalte zusammen, so verbrachte er an die zehn Jahre im Ausland, die Hälfte davon zwischen seinem 6. und seinem 20. Lebensjahr. Die prägende Zeit der Kindheit und Jugend also, die Leopold Mozart dazu nutzen wollte, um mit seinen begabten Kindern an den europäischen Fürstenhöfen Geld zu verdienen und Sohn Wolfgang ebendort auch ein regelmäßiges Einkommen zu sichern. Eine fürstliche Einladung führte die Familie Mozart im Winter 1765-1766 in die Niederlande.

Anfang März spielte Wolfgang erstmals das Gallimathias Musicum (KV. 32) als Tafelmusik bei den Feierlichkeiten zur Volljährigkeit von Wilhelm dem V. von Oranien. Das Stück, das er in den Wochen zuvor während seines Aufenthalts in Amsterdam für das Ereignis komponiert hatte, ist eine Suite aus verschiedenen Liedern und Tänzen, darunter das seit dem 16. Jahrhundert bekannte Wilhelmus-Lied ("Wilhelmus van Nassouwe", seit 1932 auch offizielle Nationalhymne der Niederlande), ein Klaviermenuett aus Nannerls Notenbuch von 1759 und ein Motiv aus Leopold Mozarts „Bauernhochzeit“.

Bis auf die musikalische Ehrerbietung an den Gastgeber waren diese Zitate dem holländischen Publikum wohl unbekannt, doch es war verzaubert vom exotischen Charme der Hörner und der melodiösen Leichtigkeit der Komposition. Eine seltene Darbietung davon hat das Ensemble Ars Antiqua Austria in der Kirche von St. Florian aufgenommen.

Das ist übrigens auch die Formation, die beim „Jedermann“ am Domplatz für die barocke Festmusik sorgt. Womit die Reise wieder nach Salzburg zurück führt.

Text: & Bild KB / markenredaktion blaue gans salzburg