Das Leben ist ein Gänsespiel...

...Je mehr man vorwärts gehet, je früher kommt man an das Ziel…(Johann Wolfgang von Goethe im "West-Östlichen Diwan")

Bildnachweis für das Spielfeld: Ron Knight, 2004

Wer die Gansltage über den magischen 11.11.11 hinaus verlängern möchte, dem seien auch die Überlegungen des Blaise Pascal, französischer Philosoph des 17. Jahrhunderts, ans Herz gelegt, der zu den beliebtesten Ablenkungen des Menschen, neben der Ausführung hoher Ämter und der Unterhaltung mit Frauen, das Spielen zählt.

Aus Ägypten stammt eines der ältesten erhaltenen Spiele, ein Spielbrett aus Kalkstein aus der Zeit um 3000 v.Chr., das eine Spiralbahn zeigt. Die Spirale gilt seit Urzeiten als Symbol der unendlichen und unsterblichen Weltschöpfung. Aus dem mythischen Ursprung der Spirale entstanden im Lauf der Jahrtausende die vielfältigsten Spiele, darunter auch das vermutlich populärste in Europa, das Gänsespiel. Abgesehen vom Spielfeld geht auch das namengebende Tier auf die ägyptische Mythologie zurück, und die Anzahl der Felder, die für Schicksalsmomente des menschlichen Lebensweges stehen, folgt der Zahlenmystik der Antike: Jedes siebente und jedes neunte Jahr wird als Zeit der Veränderung angesehen, das 63. Lebensjahr, das Ergebnis von 7 mal 9, als das gefährlichste, und jedes darüber hinaus gehende Lebensjahr als ein Geschenk der Götter erkannt. Das Zielfeld, der Gänsegarten, kann als Vision des Paradieses verstanden werden.

Erstmals belegt ist das Gänsespiel um das Jahr 1580 als Francesco di Medici aus Florenz dem spanischen König Philipp II. eine besonders edel ausgestaltete Version des Spiels schenkte. Es erfreute sich großer Beliebtheit am Hofe, verbreitete sich schnell und wurde nicht selten auch um hohe Einsätze gespielt. Im "Testament eines Exzentrischen" von Jules Verne, erschienen 1899, wird die Geschichte um das Erbe des Millionärs William J. Hypperbone erzählt. Der Verstorbene wird seinem Ruf als Mitglied des Excentric Clubs voll gerecht, denn er hat als Verfechter des bekannten Edlen Gänsespiels festgelegt, das dieses in überdimensionaler Weise quer durch die Bundesstaaten der USA zu spielen sei. Die einzelnen Staaten sind die Spielfelder und ausgeloste Teilnehmer sind die Spielfiguren. Der Gewinner bekommt das Vermögen.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich das Gänsespiel zum „harmlosen“ Kinderspiel. Zu dieser Zeit kamen auch die ersten kommerziellen Versionen auf, die bis in die Gegenwart in immer neuen Auflagen erscheinen.

Das Gänsespiel der Blauen Gans sorgt für erfreuliche Gänsehaut und führt Sie, wenn nicht ins Paradies, zumindest in unser Gasthaus!


Text: KB / Bild:  Bildnachweis für das Spielfeld: Ron Knight, 2004  / markenredaktion blaue gans salzburg