All I want for Christmas…


© Joel Waldfogel Buchcover Kunstmann Verlag
Das dritte Advent-Wochenende ist überstanden. Der Handel ist zufrieden, denn obwohl in Österreich die Weihnachtsgeschenke immer später gekauft werden, ist der dritte Samstag vor der Bescherung der handelsübliche Richtwert, wie gut das Jahr gelaufen ist. Immerhin geht es um 1,8 Milliarden Euro, die 2011 als Weihnachtsumsatz erwartet werden, fast 3% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Rund 446 Euro werden für Geschenke ausgegeben, das meiste davon für Gutscheine, die einen deutlichen Zuwachs verzeichnen. Vermutlich werden diese von den 76% der männlichen Käufer erworben, die in einer aktuellen Umfrage bekennen, in letzter Minute einzukaufen und dabei eher selten nach den teuren Wunschlistengaben wie Schmuck und Multimedia greifen.

All das ist Wasser auf die Mühlen von Joel Waldfogel, einem amerikanischen Ökonomen, der schon 1993 erstmals die These aufwarf, dass Weihnachten wohlstandsmindernd sei: es wird zu viel Geld für Geschenke ausgegeben, die zu wenig Menschen zufrieden machen.

Er plädiert für trockenen Geldtransfer oder, noch besser, gar keine Geschenke. Abgesehenen davon, dass seine Studien in wissenschaftlichen Kreisen vor allem aufgrund methodischer Unzulänglichkeiten kritisiert wurden, lässt Waldfogel jegliche psychosoziale Kriterien außer Betracht, die das Schenken zum Ausdruck von Zuneigung und Aufmerksamkeit machen und die „schönste Zeit des Jahres“ begründen. Bei dieser Art Mengenlehre ist es kein Wunder, dass der Mann keine Packerl mehr bekommt.

... is you!

Für alle anderen und jene, deren Wunschliste sich in obigem Songtitel summiert, gilt, dass ihnen Weihnachten vielleicht teuer, aber vor allem lieb ist.

Text: KB / Bild: © Joel Waldfogel Buchcover Kunstmann Verlag /  markenredaktion blaue gans salzburg