Like ice in the sunshine

Endlich Sommer, endlich Eiszeit!


Der Verzehr von Speiseeis steigt nachweislich mit den Temperaturen. Nun ist also Zeit für Eis. Die Flüchtigkeit des Vergnügens bedingt unmittelbares Handeln, sofort, sonst bleibt vom Eis nur ein klebriger Fleck. Also schlecken, löffeln, oder gar beißen, wer nicht anders kann. Den Geschmacksknospen auf der Zunge sollte man jedoch die Chance geben, das zarte Schmelzen der Kristalle und die Entfaltung der Aromen zu erleben. Das Auge genießt mit.

Darum werden bei der Coppa d’Oro, dem „Eis-Oscar“, der im Rahmen der jährlichen internationalen Messe für das Speiseeisgewerbe in Longarone/Italien, vergeben wird, nicht nur Geschmack und Konsistenz, sondern auch das Erscheinungsbild bewertet. Bei der 42. Ausgabe des Bewerbes liegt 2011 der Schwerpunkt auf Haselnusseis ohne Splitter, das in Österreich zu den fünf beliebtesten Sorten gehört.

Das „gelato al limon“ von Paolo Conte wollen dagegen nur 6% haben, auch wenn für76% der Befragten Eis zum (Italien-)Urlaub dazugehört. Dabei fing alles mit Sorbet-ähnlichen Erfindungen an: Im antiken China kühlte man Getränke mit Gletschereis, die indischen Fürsten ließen sich Schnee aus dem Himalaya bringen, und 400 v.C. riet Hippokrates, den Schnee mit Honig und Fruchtsäften zu verfeinern, weil es die Sinne belebt und das Wohlbefinden hebt.

Alexander der Große hielt seine Offiziere damit bei Laune, und Kaiser Nero ließ sich täglich um 13.30 ein taubeneigroßes Stück Eis zum Nachtisch aus den Apenninen um Rom bringen. Mit dem Untergang des Römischen Reiches ging das Wissen über die Zubereitung eisgekühlter Speisen und Getränke vorerst verloren, aber noch heute essen die Österreicher ihr Eis am liebsten am Nachmittag (75%) und aus dem Eissalon (66%). Wenn es nicht mit der Hitzewelle davon schwimmt.

P.S.: unser Architekt Christian Prasser hat in Wien einen neuen Eissalon, den Eis-Greissler, gestaltet, sicher den schönsten der Stadt. Hinfahren, anschauen, Eis schlecken!


Text: KB / Bild: Foto:A. Dengs  / pixelio.de/ markenredaktion blaue gans salzburg

Antworten, aus denen neue Fragen entstehen

WALK OF MODERN ART – EINE KUNST-PROMENADE
Bei dem in Europa einzigartigen Projekt der Salzburg Foundation präsentieren die wichtigsten internationalen zeitgenössischen Künstler ihre Kunstwerke in der Stadt Salzburg.


  
Musik und bildende Kunst prägen das Selbstverständnis der Stadt Salzburg. Das ehrgeizige Anliegen der Salzburg Foundation ist es, die kulturelle Tradition Salzburgs durch zeitgenössische künstlerische Positionen zu erweitern und den öffentlichen Raum in einen Kunstgarten zu verwandeln, der zu Auseinandersetzung und Diskussion auffordert.

Jährlich lädt die Salzburg Foundation einen international renommierten Künstler ein, die Stadt Salzburg zu besuchen, sich eingehend mit ihr zu beschäftigen und anschließend ein Werk im öffentlichen Raum zu realisieren. Die Auswahl der jeweiligen Künstler erfolgt durch ein internationales, unabhängiges Expertenteam unter der künstlerischen Leitung von Prof. Dr. h.c. Walter Smerling.
  • Wieso wurde der Kiefer-Pavillon so heiß diskutiert?
  • Was bedeuten die Ziffern im Wald von Mario Merz? 
  • Wohin möchte James Turell im Skyspace unsere Blicke lenken? 
  • Wen stellen die Figuren von Stephan Balkenhol dar?
  • Warum lädt uns Marina Abramovic zum Verlieren der Zeit ein?
  • Was hat die Mozart Skulptur von Markus Lüpertz mit dem Künstlergenie Mozart zu tun?
Die Kunstwerke der Salzburg Foundation geben Antworten, aus denen wieder neue Fragen entstehen.

Das Kunstprojekt der Salzburg Foundation lädt dazu ein, den Stadtraum mit neuen Augen zu erleben. Wir schlagen Ihnen eine künstlerische Promenade vor, bei der Sie sich Sehens-Würdigem widmen – die Sehenswürdigkeiten aus dem Reiseführer gibt’s gratis dazu.

watch your head!

Siegfried A. Fruhauf als Artist in Residence.


Siegfried A. Fruhauf ist bildender Künstler, er macht Kunst mit Bildern. Manche sind bewegt, wie in seinen Experimentalfilmen, für die er regelmäßig Preise bekommt und die beim 10. Filmfestival Viennale in Wien in einem ihm gewidmeten Sonderprogramm mit dem Titel „EXPOSED – Das experimentelle Kino von Siegfried A. Fruhauf“ zu sehen waren.

Auf Lebenszeit

Im Alter von 33 Jahre begann der polnisch-französische Konzeptkünstler Roman Opalka, in halbzentimergroßen Ziffern seine Lebensminuten Zeile für Zeile auf helle Leinwände zu malen. Nun ist er verstorben, und sein faszinierender Versuch, den Tod zu bannen, ist in die Unendlichkeit übergegangen, über Zeit und Materie hinweg. In der zeitlichen Begrenzung seines Tuns hat Opalka eine Dimension erreichen können, die nie im ewigen Leben zu finden gewesen wäre. Ob die Aussicht auf ein immerwährendes Leben tatsächlich so verlockend ist, wie allgemein angenommen, erzählen die Beteiligten der „Sache Makropoulos“.

Die rätselhafte E.M. hat von ihrem Vater nicht nur die Formel zur Ewigkeit bekommen, sondern auch eine wundervolle Stimme, die die Menschen verzaubert und die Männer verrückt macht. Über Jahrhunderte. Nun ist sie der Ewigkeit müde, ihr ist kalt, sie möchte sterben. Wer will schon hundert Jahre Beamter sein, wird am Anfang der Aufführung gefragt. Das hat Witz. Gibt es überhaupt etwas, das so lange gelebt werden will? Das hat Verstand.

Die kluge Inszenierung von Christoph Marthaler, die überreale Ausstattung von Anna Viebrock und die intensive Musik von Leoš Janáček erinnern daran, dass das Leben hier und jetzt passiert und jeder Augenblick davon unwiderruflich einzigartig ist. So unmittelbar möchte Elina Makropoulos leben, nicht ewig. Eine überraschend tröstliche und beglückende Botschaft.

Text: KB / Bild: Foto: Salzburger Festspiele/Walter Mair / markenredaktion blaue gans salzburg

So machen es alle

© Arno Declair


Was die Welt im Innersten zusammenhält, sei bei den Salzburger Festspielen für Aug‘ und Ohr dahingestellt. 

Dr. Faust ist so klug als wie zuvor, als ihn zur Lebensmitte die große Sinnkrise befällt. Er verschreibt sich der Magie, geht den berühmten Pakt mit dem Teufel ein, und wundert sich, des Lebens trotzdem nicht mehr froh. Zynismus und Zerstörung wohin er sich wendet, er windet sich in seinem Bett, betrunken.

Seine Visionen, ein Getränkeunfall. Auch die anderen Kreaturen des Sommers, die sich dem Zaubertranke hingeben, im Wald der Elfen, finden nicht mehr als lächerlich-lüsterne Verschmelzungsträume. Das träumende Gehirn ist ein emotionales, weiß die Hirnforschung, es funktioniert wie unter Alkohol: enthemmt, launisch, irrational.

So machen es alle, ob sie es anders versprochen hatten oder nicht, ob betrunken oder von Engelszungen eingeflüstert bekommen. Tatsächlich aber sind Paare einander aber häufiger treu als untreu, mehr als 90% der Menschen wünschen sich Treue, so eine Studie aus Hamburg und Leipzig, und verwechseln diese gerne mit Monogamie…

Fiordiligi und Dorabella, Ferrando und Guglielmo, scheitern an ihren eigenen hohen Ansprüchen, aber mit der Ent-täuschung ging auch die Erfüllung ihrer Gefühle einher. Zynisch? Mitnichten. Ein Rausch der Musik.

Text: KB / Bild:© Arno Declair, Birkenstr. 13b, D-10559 Berlin, arno@iworld.de / markenredaktion blaue gans salzburg

Die Formel zum Glück

Ein Tag glücklich sein, trunken vom Wein.
Lebenslang, im Garten am Hang.



Die Weingartler vom Mönchsberg haben die Formel zum Glück gefunden.


Seit Beginn des Projektes, in einem brachliegenden Teil der Wehranlagen am Mönchsberg Wein anzubauen, sind viele Jahre vergangen. Von den organisatorischen Vorarbeiten, die Pfadfinder-Landespräsident Hans-Georg Keplinger übernahm, bis zum Tag, als die ersten Trauben geerntet werden konnten, musste sich das optimistische und tatkräftige Team gedulden. Alles wurde von Hand umgegraben, auf den Hang geschleppt, geschlagen, gesetzt, gezupft, gezogen, geschnitten, gelesen.

„Ein großer Wein entsteht immer im Weingarten“, sagt einer, der es wissen muss. Martin Mittelbach ist mit den Weinen seines Tegernseerhofes aus der Wachau auf den erlesensten Karten zu finden. Er ist es auch, der dem zehnköpfigen Team um Hans-Georg Keplinger die Arbeit im Weingarten erklärt hat. Den Rest machte die Zeit. Und die ist jetzt reif, um die ersten Flaschen vom Mönchsberg, dem „Paris Lodron Zwinger“, zu verkosten.

„Für uns war das einer der schönsten Momente: Den eigenen Wein zu trinken!“ schwärmt Keplinger, der sich dennoch nicht als Winzer bezeichnen würde. Die Schlüsselliste für den Garten, der schon um 1139 als Weingarten des Domstiftes und des Stiftes St. Peter urkundlich erwähnt wird, und unter Erzbischof Paris Lodron als „Zwinger“, als Wehranlage, erweitert wurde, trägt also die Überschrift „Die Weingartler“.

Hatte Martin Mittelbach noch an einen Scherz geglaubt als Hans-Georg Keplinger ihm erstmals vom Wein am Mönchsberg erzählte, ist auch er nun besonders stolz, die Geschichte des Weingartens weiter zu schreiben. „Der Wein ist großartig“, sagt Mittelbach, „keiner, der internationale Bewertungen bekommen wird, aber man merkt, dass ausschließlich Natur mitspielt. Er hat Spannung und Ausdruck.“ Ob der Malvasier, wie der frührote Veltliner zu Mozarts Zeit genannt wurde, auch so schmeckt wie damals, ist eine romantische Wunschvorstellung. Im 18. Jahrhundert dem Adel und Klerus vorbehalten, ist er jedenfalls auch heute eine Rarität. Andreas Gfrerer war so begeistert vom Weingarten über der Blauen Gans, dass er sich den Wein sofort sicherte. Er kommt exklusiv in der Blauen Gans zum Ausschank, solange der Vorrat reicht.


Der Tegernseerhof ist ein ehemaliger Lesehof des Bayrischen Klosters Tegernsee. In bereits fünfter Generation wird das Gut mit den Spitzenrieden Frauenweingarten, Höhereck, Kaiserberg, Kellerberg, Loibenberg, Steinertal und Supperin von der Familie Mittelbach bewirtschaftet. Die wunderbar geradlinigen Weine finden sich auf unserer Weinkarte. www.tegernseerhof.at


als eBook lesen
Text: KB / Bild: markenredaktion blaue gans salzburg
gänsehaut im arthotel