Blün, blün, blün ist alles, was ich habe, blün, blün, blün ist alles was ich mag!



Wie grün darf eine Blaue Gans sein?!
Die meisten indogermanischen Sprachen unterschieden klar zwischen Grün und Blau. Andere Sprachen dagegen kennen oft nur ein Wort für beide Farben oder treffen Unterscheidungen in Bezug auf Helligkeit und dunkel der Farbeerfahrung.

Im Vietnamesischen zum Beispiel bezeichnet das Wort xanh sowohl die Farbe des Himmels, der ja blau sein kann, als auch die grünen Blätter eines Baumes. Durch Ergänzungen im Kontext erschließt sich, ob nun der blaue Himmel oder der grüne Baum gemeint ist. Ebenso verfahren die Einwohner Paraguays, die Guaraní sprechen: Sie kennen nur das Wort hovy für Blau oder Grün, können aber Schattierungen benennen. Um sicher verstanden zu werden, verwenden sie oft die spanischen Begriffe. Diese unterscheiden zusätzlich zwischen himmelfarben, celeste, und allen anderen Blautönen, azul, wie azzurro und blu im Italienischen. Ähnlich klingt der Ausdruck aozora, der im Japanischen ebenso himmelblau bedeutet, dessen Wortwurzel aoi allerdings die ganz Farbpalette von blau bis grün beschreibt und auch für blass beim Menschen verwendet wird…

Keine Seh- oder sonstige Schwäche zeigt die Blaue Gans. Die Bäume und Wiesen der Salzburger Stadtberge inspirierten die Architekten von CP-Architektur, beim Umbau der Getreidegassenseitigen Zimmer ganz auf die bürgerliche Kultur der Händler und Handwerker, Wirte und Sittenwächter und wer sonst noch die Hauptdurchzugstrasse der Stadt bevölkerte, und die bejahende Farbe Grün zu setzen. Astige Holzböden, Sandstein, Loden, Filz und Dirndlstoffe ergänzen den frischen Charakter. Vier Jahre später besinnt sich die Gans, mit Blick auf die Hofstallgasse, der „Via Principalis“ der Erzbischöfe und das Pausenfoyer der Festspiele, auf ihr sozusagen blaublütiges Wesen: Die Zimmer zum Karajan-Platz sind großzügig, mondän und traditionsreich in edlem Blau gehalten, die Rückseite des Hauses wird zum Entrée.

Im ewigen Grün der Olivenbäume und Palmen des Gastgartens lässt sich vorzüglich zur blauen Stunde der Sehnsucht nachgeben.

Text: KB /  Karin Buchauer   /   markenredaktion blaue gans salzburg