Besitz ist sekundär


Andreas Gfrerer stellt das artHOTEL und KunstGASThaus Blaue Gans vor.

Patrick Ebensperger, Galerist des artHOTEL Blaue Gans, über die Kunst im Haus.

„Das ist schon so lange her“ erinnert sich der Galerist vage an die Anfänge seiner Zusammenarbeit mit Andreas Gfrerer und dem artHOTEL. “Es war 2005, glaube ich. Es gab eine Ausschreibung, ein Konzept für die Kunst in der Blauen Gans zu erstellen. Ich bin nach Salzburg gefahren, wir haben ein Gläschen gehoben und die Ziele und Zwecke der angestrebten Sammlung besprochen.“ Patrick Ebensperger stand damals am Beginn seiner selbständigen Tätigkeit als Galerist in Graz, 2009 übersiedelte er mit Kunst und Künstlern nach Berlin. Die Sammlung in der Blauen Gans ist derweil stetig gewachsen und wurde vor allem immer mehr ins Haus integriert. Waren zuerst nur die öffentlichen Bereiche des Hotels der Kunst gewidmet, kamen schon nach wenigen Jahren die Zimmer dazu.

„Der Platz gibt ein bisschen die Menge vor“, sagt Ebensperger, „und manche Plätze sind so gut für die Werke, die dort hängen, dass wir sie auch jetzt nach dem letzten Umbau behalten haben, zum Beispiel der Vopava beim Stiegenaufgang zum Innenhof“. Das Grundkonzept integriert auch die Künstler selbst, sie kommen ins Haus, um ein Gefühl für den Ort zu bekommen. Diese direkte Auseinandersetzung schätzen und pflegen viele Sammler von Gegenwartskunst.

„Andreas Gfrerer ist extrem gut informiert und seine Ernsthaftigkeit im Umgang mit der Kunst ist ihm wichtiger als der Besitz derselben. Das ist auch wichtig für die Dynamik der Sammlung. Es gibt hier kein anonymes Kaufen aber schon auch Werke ohne Nahverhältnis, wie zum Beispiel Beuys oder Trockel. Sie müssen halt gut sein und ins Hotel passen“ sagt der Galerist.

Das Publikum, das hier einkehre, schaue genau hin und sei nicht zu unterschätzen, wie überhaupt der Standort Salzburg auch für die bildende Kunst meinungsbildend sei. Und mittendrin das artHOTEL Blaue Gans.

Text:  KB /  Karin Buchauer   Bild: markenredaktion blaue gans salzburg