Worte für Glücksorte

Eine sichtlich gut gelaunte Julya Rabinowich sitzt im Restaurant der Blauen Gans beim Frühstück, „da hinten, im schrägen Eck!“. Gabriel Barylli verdrückt grad noch Eier mit Speck und verabschiedet sich mit Daumen hoch, Rudolf Wötzel wartet an der Rezeption auf sein Taxi. Sie alle waren Gäste von ServusTV beim Talk im Hangar-7 zum Thema Glück.

 „Es war sehr lustig!“ bekräftigt die Autorin die immer noch anhaltende gute Stimmung. Das Glück also. Von den antiken Philosophen bis zu den Neurobiologen der Gegenwart sind sich die Forscher zumindest in einem einig: Selbstständiges Tun ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Glücksmomente. Welche Tätigkeit ist das bei Julya Rabinowich, Autorin, Dolmetscherin, Malerin, studierte Philosophin und vieles mehr?
„Ganz eindeutig: das Schreiben. Es ist von mir selbst gewählt. Ich stehe dabei mit niemandem in Konkurrenz, im Gegensatz zur Malerei, die immer noch ein bisschen ein familiärer Eiertanz ist und zu der ich jetzt langsam zurückfinde. Das Kuratieren der Ausstellung meines Vaters ist ein Weg dazu.“

Kann sie sich vorstellen, dass nicht nur innere Räume wie beim Schreiben sondern auch äußere, wie ein Zimmer, ein Haus, ein Dorf, eine Stadt oder eine Landschaft, glücklich machen können?
„Landschaften. Die Natur macht den Menschen glücklich, das Aufhalten in der Natur, ja. Ob das aber dauerhaft reichen würde, wenn es sonst nichts gäbe? Ich glaube nicht. Als Ort kann eine schöne Wohnung, in der man sich wohl fühlt,  auch zum Glück beitragen.“

Sie ist gerade umgezogen, zum ersten Mal  muss sie weder Kosten noch Komfort mit jemandem anderen teilen. „Ich habe immer in WGs gelebt, wie eine Studentin, auch als Autorin. Ich war vogelfrei. Das ist jetzt anders und ich weiß nicht, wie lange das so bleiben wird“.  Andererseits hat sie als erkannte Autorin inzwischen auch andere Sicherheiten als zu den Anfängen ihres Schaffens.

„Der Rauriser Literaturpreis 2009 war der Beginn von etwas ganz Großem. Das war auf jeden Fall ein Glücksmoment!“ erinnert sich Julya Rabinowich und freut sich, dass ihre Freundin Maja Haderlap die diesjährige Preisträgerin wurde. „Ich war dieses Jahr nicht dort aber nächstes Jahr komme ich sicher wieder, ich mag die Veranstaltung und die Landschaft ist auch ganz besonders.“

Im artHOTEL Blaue Gans hat sie zum ersten Mal übernachtet: „Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt, es ist eines der schönsten Hotels, in denen ich auf meinen Lesereisen gewesen bin. Also auf jeden Fall ein Ort zum glücklich sein!“

Text: KBKarin Buchauer  / Bild: www.julya-rabinowich.com /  markenredaktion blaue gans salzburg