Trinken bricht das Fasten nicht


Potus non frangit ieiunium, sagt die Klosterregel, und so begründet sich der Genuss von Bier und Wein in der Fastenzeit. Dass es in diesen Tagen noch viel mehr zu genießen gibt, dass Umkehr auch durch Hinwendung zum besonders Schmackhaften passiert, davon kann man sich beim nunmehr fünften Kulinarik-Festival „eat&meet“ in den Gastronomie-Betrieben der Altstadt Salzburgs überzeugen.

In über 70 Veranstaltungen bieten die Restaurants, Gasthäuser, Vinotheken und Bars ausgewählte Menüs, interessante Speisen und jede Menge Hintergrundgeschichten zu Gästen und Gerichten.

Beim Eröffnungsabend im Weinarchiv des KunstGASThauses in der Blauen Gans erzählten sich Beate Koller und ihr Gastgeber Andreas Gfrerer vom Geschmack der Kindheit. Die Geschäftsführerin von ARCHE NOAH, der Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und ihrer Entwicklung, erinnert sich an den Geschmack der Äpfel bei ihrem Großvater in Faistenau, für Andreas Gfrerer sind es die Stachelbeeren und jedem anwesenden Gast fällt auch sofort ein Duft, eine Farbe, eine Konsistenz ein… Diese Sinnlichkeit, welche die Natur in Hülle und Fülle bereithält, gilt es zu bewahren und in vielen Fällen sogar zu neuem Leben zu erwecken: Die Ansprüche globaler Märkte haben Lebensmittel den entsprechenden, gewinnbringenden Kriterien  auf  Kosten von Sorten- und Geschmacksvielfalt unterzogen, ganz zu schweigen von den Gesundheitsrisiken durch einseitige, nährstoffarme Kost.

Die ARCHE NOAH setzt sich für Bewusstseinsbildung ein und stellt Produzenten und Konsumenten ihr Wissen und ihr reichhaltiges Saatgutsortiment zu Anbau und Entwicklung von Obst und Gemüse zur Verfügung. Im preisgekrönten Kochbuch von Beate Koller finden sich Pflanzeninfos, Anbautipps und einfach nachvollziehbare Rezepte: „Wir haben alles auf einer Kochplatte in unserem Garten selbst ausprobiert!“ begeistert die Autorin ihr Publikum. Sie ist eine glaubenswürdige Vertreterin ihrer Anliegen und eine Poetin: auf die sprichwörtliche Insel würde sie keine drei Pflanzen, sondern drei Handvoll Samen mitnehmen. Damit die Saat der ARCHE NOAH auch dort aufgeht.

 Text: KBKarin Buchauer  / Bild: Blaue Gans /  markenredaktion blaue gans salzburg