Die Farben des Frühlings


Der Architekt Walter Gropius soll gesagt haben, bunt sei seine Lieblingsfarbe. Wohl, um seinen Gestaltungsideen keine farblichen  Einschränkungen zu setzen. Bunt und über alle Schranken von Kaste, Geschlecht, Alter und gesellschaftlichem Status hinaus geht es beim indischen Holi-Fest zu: Die Menschen besprengen und bestreuen sich ausgelassen gegenseitig mit gefärbtem Wasser und gefärbtem Puder, deren Farben vorher geweiht wurden. Ursprünglich entstanden diese Farbmischungen aus bestimmten Blüten, Wurzeln und Kräutern, die heilend wirken sollten und, aus den Pflanzen der erwachenden Natur erstellt, den Sieg des Frühlings über den Winter und jegliches Überwinden von Feindseligkeit vermitteln sollten.

In unseren Breitengraden sind die ersten Blümchen noch zart weiß wie der Schnee, aus dem sie sprießen. Die Krokusse geben eine Ahnung der Möglichkeiten, die da noch folgen: weiß, lila, gelb. Und sobald die weißgelbe Farbpalette des Osterfestes Einzug gehalten hat, fangen auch die Wiesen und Hecken langsam zu leuchten an, noch bevor irgendein Grün sich breit machen kann. In der Farbenlehre gibt es ohne Gelb kein Grün, auch wenn dieses um einiges beliebter ist als sein frühlingshafter Vorbote. Ein gutes Drittel der Menschen in Mitteleuropa bevorzugt allerdings Blau, neben Rot die dritte Primärfarbe und ebenso wie Gelb Voraussetzung für Grün… und eine ganze Palette von Gefühlslagen, die durch Farben beschrieben werden.

„Anregend“ beinhaltet Gelb und Grasgrün, „aufregend“ enthält Goldgelb und Blaugrün. Kein Wunder also, dass die Gäste des KunstGASThauses den Frühlingsbeginn dort begehen. Es grünt und blühnt in der Blauen Gans!

Text: KB /  Karin Buchauer  / Bild: © Ingo Pertramer  /  markenredaktion blaue gans salzburg