Salzburger Festspielgespräche: Christian Gerhaher im Gespräch mit Barbara Rett


Zum Auftakt der diesjährigen "Salzburger Festspielgespräche" in der Blauen Gans traf Barbara Rett den führenden deutschen Bariton Christian Gerhaher, der für seinen stets außergewöhnlichen Liederabend im Rahmen der Festspiele umjubelt wird.

Der Ausnahmekünstler

Der diesjährige Liederabend des deutsche Baritons und dessen Klavierpartners Gerold Huber ist ganz Gustav Mahler mit den „Liedern eines fahrenden Gesellen“, den „Kindertotenliedern“ und ausgewählten Liedern aus „Des Knaben Wunderhorn“ gewidmet.

Allerhöchste persönliche Bescheidenheit im Dienste der Kunst – das ist das Motto des deutschen Sängers, der mit Sicherheit als der wichtigste Liedsänger seit Dietrich Fischer-Dieskau bezeichnet werden kann. Dabei hat sein Weg über Umwege begonnen: der fertige Mediziner wurde zum Sänger, dem es in den Anfangsjahren gar nicht leicht gemacht wurde.

Mittlerweile hat Gerhaher nicht nur seinen eigenen Weg gefunden, preisgekrönte Aufnahmen eingespielt, ein begeistertes Publikum erobert und umjubelte, wenngleich auch viel zu rare Opernabende gesungen. Soeben erschienen ist auch sein Buch „Halb Worte sind‘s, halb Melodien“, in dem er in der ihm eigenen radikal-künstlerischen Weise über das Singen, die Stimme und die Kunst nachdenkt, im Herbst folgt sein erstes Mozart-Album.

Vom Salzburger „Papageno“ des Jahres 2006 bis zum tiefdunklen Mahler-Lied ist Gerhahers Weg geradlinig verlaufen, auch wenn – oder vielleicht gerade weil der Sänger als steter Zweifler an allem Erreichten gilt und sich niemals auf Kompromisse in der Kunst einlässt.

Christian Gerhaher sprach mit Barbara Rett in der Bücherstube in der Blauen Gans – im Zentrum der Altstadt in Salzburg – über Rollen und Reifungsprozesse, Rituale und Rampensäue, warum er keinen Sport macht, aber ein Verfechter des Regietheaters ist.

> Aufzeichnung in der ORF-TV-Thek