Richard Kaegi: "Auf der Suche nach dem Guten Geschmack"


Eine Veranstaltung im Rahmen von eat&meet, ausgedacht und durchgeführt vom Team der Blauen Gans, unterstützt von Stillsegler.

Richard Kaegi mit Padre Azul Marketing Chef Georg Gfrerer und Fan aus Zürich
Im Weinarchiv der Blauen Gans

Tischkultur aus dem hauseigenen Stillsegler-Designshop

Im Rahmen unseres Kulinarikfestivals eat&meet war am 3. März der Food Scout Richard Kaegi zu Gast, der als Kulinarik-Kurator für das Luxus-Warenhaus Globus arbeitet. Seit zwanzig Jahren reist er um die Welt und sucht nach Esswaren. Drei bis vier Monate im Jahr ist er unterwegs, dorthin, wo die Perlen schlummern. Allein zehnmal jährlich reist er nach Italien, regelmäßig fliegt er nach Asien oder nach Südafrika. Er isst in guten Restaurants, besucht Schinkenproduzenten, Winzer, Fischer und Sushi-Bars, er flaniert über Märkte, probiert hier ein Stück Käse und schlürft dort eine Auster, und alles geht auf's Spesenkonto. Ein Traumjob, sagen alle, die davon hören, aber so einfach ist die Sache nicht. 




Severin Corti und Inga Horny (Altstadt Marketing)
Blaue Gans-Eigentümer Andreas Gfrerer

Kaegi führte in Begleitung des renommierten Gastro-Journalisten und Kritikers Severin Corti die rund 60 Gäste zu seinen Momenten der Verzweiflung, wenn sich einfach nichts Brauchbares finden läßt, oder er - von Straßenkarten und Navigationsgeräten im Stich gelassen - "frustriert ins Lenkrad beißt".  Er erzählte von einsamen Nächten in nichtssagenden Dörfern und Provinznestern, von seelenlosen Hotels mit leeren Lobbies und geschlossenen Restaurants. Es sei ihm in solchen Situationen lieber, nichts zu essen, da komme er gut mit einem Apfel zurecht. Ansonsten bezeichnet er sich als Flexitarier, Fleisch ja, aber nicht täglich, und wenn, dann gutes.



Küchenchef Martin Bauernfeind

Janine Schwarz
Restaurantleiter Jos Huppertz mit Martin Burfeindt

Zum Genießen gehöre auch die Maßlosigkeit, der er sich bei gutem Essen hingeben kann. Mit Austern von überragender Qualität oder mit der Küche Japans (Sushi!) kann man ihn dazu verführen. "Gutes Essen ist oft einfach, aber nicht immer ist einfaches Essen gut." Mit diesem Plädoyer für die Einfachheit rannte er bei Severin Corti - und bei uns  - offene Türen ein. 

Die Menüfolge hat Richard, der augenzwinkernd und sympathisch mit seinem Schweizer-Sein spielte, selbst kuratiert und mit unserem Küchenchef Martin Bauernfeind abgestimmt. Jeder Gang wurde von Richard vorgestellt und kurz erläutert: 

Sauerteigbrot mit Ricotta, Schwarzkohl und schwarzem Trüffel
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Topinambursuppe mit geräuchertem Waller
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Ceviche von der Lachsforelle und Tatare vom Zander
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Hausgemachte Tagliolini mit Mönchsbart und Kapern
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Bauch vom Mangalitza-Schwein mit Wirsing
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Polenta-Orangenkuchen mit Sauerrahm-Eis 





Am Ende wurde noch hochwertiger (und -prozentiger) Mezcal und Tequila von Padre Azul verkostet. Ein rundum gelungener Abend mit Geist, Tiefgang und Witz.   


Weitere Veranstaltung bei eat&meet in der Blauen Gans: 

23.3.: "Versteckte Stücke, verlernte Schnitte" - Der Galloway-Rinderzüchter Fred Zehetner im Tischgespräch mit Christian Seiler
30.3.: "So schmeckt mein Europa" - Der Schriftsteller Karl-Markus Gauß im Tischgespräch mit Michael Kerbler


text: ag
fotos:  Wolf Sajovic - die Abbilderei
06. März 2017