Eat&Meet 2018: Nachschau zum Eröffnungsabend - Who the fuck is Knigge?






Zum 10. Mal durften wir heuer den Auftakt zum EAT&MEET ausrichten.
Wir sind glücklich, dass dieses Kulinarikfestival angekommen ist im jährlichen Veranstaltungsrad und danken den Ideengebern, dem Altstadtverband und allen Betrieben für die Auseinandersetzung mit den Thema Salonkultur, Menschen und Gemeinschaft. 

"Über den Umgang mit Menschen"

1788 erschien die erste Ausgabe des Werkes von Adolph Freiherr Knigge. Heute ist es einfach kurz als „Knigge“ bekannt. Dies war eine Aufklärungsschrift für Taktgefühl und Höflichkeit im Umgang "mit Leuten von verschiedenen Gemütsarten, Temperamenten und Stimmungen des Geistes und Herzens“, nicht zuletzt aber auch über den Umgang mit sich selbst.

Irrtümlicherweise wurde dieses Buch späterhin als Benimmbuch missverstanden. Der Verlag erweiterte nach dem Tode von Knigge das Werk um Benimmregeln um hernach alle zehn Jahre eine neue Ausgabe herauszugeben – hauptsächlich mit Kleiderregeln.

Heute erwartet man von einem „Knigge“ meist Hinweise, wie zB zu Tischkultur. Diese überging Knigge selbst jedoch völlig.
Ziel eines Ratgebers sollte es doch auch immer sein dem Leser Enttäuschungen zu ersparen, und das gelingt ihm aufs Beste:
Er schreibt über Menschenbildung in einer Zeit, in denen das Bürgertum dem Adel als neue tonangebende Schicht gegenübertrat, am Beginn des Siegeszugs des Individuums um die Pflege und Veredelung eben dieses Individuums zu stärken.
Er richtet sich gegen Steifheit und Grobheit und spricht sich aus für Zwanglosigkeit im Umgang, für Lebhaftigkeit im Gespräch, für Leichtigkeit, Anmut und Grazie. 

„Man muss die Gemütsarten der Menschen studieren,
insofern man im Umgange mit ihnen auf sie wirken will.“ 

Er hat genau hingeschaut, so wie sein Nachfahre Moritz Freiherr Knigge, welcher uns an dem Eröffnungsabend Gesellschaft geleistet hat.



2003 gründete er in Düsseldoft sein eigenes Unternehmen mit dem Schwerpunkt

„Mensch bleiben – wie wir besser miteinander klarkommen“ 


Er nimmt in Schriften und Vorträgen den Faden seines Ahnen auf - mit Witz, Mut und der grandiosen Idee, im direkten Kontakt respektvolle Achtung und Empathie zu leben, anstatt sich hinter starren Prinzipien zu verschanzen. Er tritt zudem für ein menschliches Miteinander in Wirtschaft und Gesellschaft ein. Sein aktuelles Buch heißt "Anleitung zum Unhöflichsein – von der Kunst, sich virtuos danebenzubenehmen".


Beim Verkosten der Kleinigkeiten aus der Speisenmanufaktur der Blauen Gans haben sich dann alle wunderbar benommen - sagen wir mal.


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Schokomousse mit Bananeneis


Backhendl mit Kartoffelsalat


Gänseleberknöderl-Suppe


Hausgemachte Ganslsalami